Autor: The Dividend Post (Clemens)
3 August 2026
Eine Frage, die mir in letzter Zeit häufig gestellt wird, dreht sich um den Einsatz von KI und darum, welche Rolle sie für Dividend Post spielt. Die Antwort dürfte wenig überraschen: Ja, KI ist für meine Bloggerei durchaus relevant geworden. Sie unterstützt mich beim Redigieren und beim Korrekturlesen, glättet holprige Formulierungen und hilft mir, Texte schneller in Form zu bringen. Der eigentliche Gewinn liegt aber woanders. Weil mir diese eher ungeliebten Arbeiten leichter von der Hand gehen, bleibt mehr Zeit für das, worauf es bei einem Finanzblog wirklich ankommt – die tiefgehende Recherche für meine Investments.
Genauso besiegelte die Mainstream-Nutzung von KI das Ende für meinen DGI-Screener und die Steckbriefe auf Instagram, denn das Aufbereiten von Informationen aus Sekundärquellen ist dank der LLMs von Claude oder Gemini ein Klacks. Dennoch ist Vorsicht geboten: Diese Ergebnisse sind stets auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. KI kann Daten verwechseln, Quellen falsch zusammenfassen oder Zusammenhänge erfinden – und gerade beim Zahlenwerk und bei verlässlichen Informationen abseits der Investor-Relations-Website kann ich mir solche Fehler nicht leisten. Die Einordnung, die Auswahl der Themen und die Meinung dahinter bleiben deshalb meine Aufgabe. KI ist ein äußerst effizientes Werkzeug in den Händen eines kundigen Nutzers – aber nicht der Autor.
Je länger ich über diese Verschiebungen nachdachte, desto deutlicher rückte eine grundsätzlichere Frage in den Vordergrund: Welche Rolle spielt ein klassischer Blog wie dividendpost.net eigentlich noch, wenn Informationen immer seltener über eine Suchmaschine und immer häufiger direkt über ein KI-System abgerufen werden? Ein über viele Jahre verlässliches Grundprinzip erodiert zusehends: Früher wurde belohnt, wer gute Inhalte ins Netz stellte, denn die Suchmaschinen führten einem Beitrag laufend neues Publikum zu. Diese Mechanik verliert spürbar an Kraft, weil immer mehr Nutzer ihre Fragen direkt an KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Claude richten. Solche Systeme ziehen ihre Antworten aus den Texten unzähliger Blogs, bündeln sie und servieren dem Nutzer eine fertige Antwort – oft so umfassend, dass sich der Aufruf der eigentlichen Quelle erübrigt. Selbst dort, wo der ursprüngliche Blog genannt wird, bleibt der Klick auf den Originaltext in aller Regel aus.
Für Autoren wie mich ergibt sich daraus ein Ungleichgewicht: Texte sind nach wie vor nötig, damit die KI überhaupt brauchbare Antworten geben kann, doch die Leser, die einst über die Suche den Weg auf die Seite fanden, kommen immer seltener. Stefan Waldhauser hat bereits vor einiger Zeit beschrieben, wie dieser KI-bedingte Reichweitenverlust Blogger generell zu einem Umdenken zwingt. Sein Fazit fällt äußerst nüchtern aus: Das offene Web, in dem man erstklassige Inhalte wie selbstverständlich gratis vorfindet, werde über kurz oder lang verschwinden. Wer werthaltige, in echter menschlicher Arbeit entstandene Inhalte anbietet, sei deshalb gut beraten, sein Schaffen für das KI-Zeitalter neu auszurichten – weg von der reinen Reichweitenlogik, hin zu einer direkten und dauerhaft tragfähigen Verbindung zwischen Autor und Leserschaft.
Für mich münden diese Überlegungen in einen Entschluss, den ich mir nicht leicht gemacht habe: In Zukunft wandern sämtliche Inhalte dorthin, wo ich dich heute ohnehin erreiche – zu Substack. Die Plattform nutze ich bereits seit knapp zwei Jahren für den Newsletter, und sie hat sich für mich längst bewährt. Wie eingangs erwähnt, werde ich auf dividendpost.net künftig keine neuen Beiträge mehr veröffentlichen. Der Blog selbst bleibt jedoch mit allen Beiträgen seit 2022 online, sodass sämtliche Investment Cases weiterhin abrufbar sind.
Warum ich ausgerechnet Substack ausgewählt habe? Der entscheidende Vorteil liegt darin, dass Substack eine direkte Verbindung zwischen mir und dir als Leser herstellt – unabhängig davon, wie ein Suchalgorithmus oder das nächste soziale Netzwerk gerade gestimmt ist. Neue Beiträge verschwinden nicht in irgendeinem Ranking, sondern landen verlässlich in deinem Postfach beziehungsweise in der Substack-App. Für dich ändert sich dadurch weniger, als es zunächst klingen mag. In einem Punkt wird es sogar komfortabler. Durch die Umstellung vom Blog auf Substack wirst du als Newsletter-Abonnent sofort informiert, sobald ein neuer Beitrag erscheint. Das kennst du bereits vom DP Monthly. Du musst also weder auf den nächsten Newsletter warten noch die Website regelmäßig nach neuen Veröffentlichungen absuchen. Die Beiträge bekommst du wie bisher kostenlos direkt per E-Mail. Auf Substack selbst bleiben die Beiträge – wie du es vom Newsletter kennst – eine Woche lang frei abrufbar. Lösche die entsprechende E-Mail einfach nicht. So hast du den jeweiligen Beitrag dauerhaft griffbereit. Wenn du den Newsletter schon abonniert hast, musst du gar nichts weiter tun.
Die für das Echtgeld-Portfolio relevanten Infoseiten sind ebenfalls zu Substack umgezogen. Der Vollständigkeit halber hier die Direktlinks:
👉 Portfolio & Sektorverteilung
👉 Chronik zu allen Investments (alle Investment Cases und Reviews)
👉 Dividendenwachstum (alle Dividendenerhöhungen seit 2022)

Die entsprechenden Seiten auf dem Blog bleiben noch einige Wochen abrufbar. Aktualisiert werden künftig aber ausschließlich die Versionen auf Substack.
Apropos Echtgeld-Portfolio: Zuletzt ließ ich auf Substack das erstes Halbjahr 2026 Revue passieren. Aus dem Blickwinkel des Privatinvestors berichte ich über die Veränderungen im Portfolio, widme mich den Kursgewinnern Applied Materials, Texas Instruments sowie Deere und erläutere, warum das Trio aus Zoetis, Partners Group und Nike das Schlusslicht bildet.

Aktueller Status des Echtgeld-Portfolios (Quelle: parqet*)
Zum Abschluss ein kurzer Ausblick. Die nächste Ausgabe meines Newsletters „DP Monthly“ erscheint spätestens Mitte August. Ich werde ein paar Anpassungen an der Struktur vornehmen. Sei gespannt!
In der Zwischenzeit lassen wir wie schon in den vergangenen Jahren die Seele in der wunderschönen Toskana baumeln. Ich gehe es dort bewusst ruhiger an. Die Rushhour des Lebens rollt unbarmherzig und unaufhaltsam weiter. Umso wichtiger finde ich es, sich die nötigen Ruhephasen zu gönnen.
Sollte ich noch vor dem nächsten Newsletter im Echtgeld-Portfolio aktiv werden, informiere ich alle Abonnenten wie gewohnt umgehend im Substack-Chat über die Transaktion.
Bis dahin wünsche ich dir einen schönen und erholsamen Sommer!

Disclaimer, Haftungsausschluss & Transparenzhinweis:
Ich bin in allen im Portfolio angeführten Unternehmen investiert. Ein potenzieller Interessenskonflikt ist aufgrund eigener Investments in den besprochenen Aktien und ETFs nicht auszuschließen. Der Kauf und Verkauf von Aktien, Aktienfonds und anderen Finanzinstrumenten kann zu Verlusten, bis hin zum Totalverlust, führen und sollte stets im Einklang mit dem eigenen Risikoappetit erfolgen. Meine auf dividendpost.net veröffentlichten Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, sondern dienen schlichtweg der Unterhaltung und Information. Das Handeln mit Wertpapieren erfolgt auf eigene Gefahr. Ich tätige Börsengeschäfte ausschließlich als Privatanleger. Meine Einschätzungen erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, dafür übernehme ich keine Gewähr noch Haftung für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der präsentierten und bereitgestellten Inhalte. Eigene Recherche und Due Diligence sind Schlüsselfaktoren für einen selbstbestimmten Vermögensaufbau. Unbezahlte Werbung durch Markennennung. Sämtliche von mir geäußerten Meinungen und Ansichten repräsentieren niemals die Meinungen oder Ansichten der Unternehmen, mit denen ich beruflich oder in sonstiger Verbindung stehe.
*Affiliate-Link: Dir entstehen durch einen Klick weder Nachteile noch irgendwelche Kosten. Wenn du dich für ein Produkt entscheiden solltest, zahlst du denselben Preis wie sonst auch. Aber du unterstützt damit meine Arbeit und ich erhalte eine kleine Provision, wenn du dich nach einem Klick für das Produkt/Angebot entscheiden solltest. Vielen Dank im Voraus. Ich weiß das sehr zu schätzen.