Autor: The Dividend Post (Clemens)
9 März 2023

Die Gründungsgeschichte von Packaging Corporation of America (PCA) reicht bis Ende der 1950er Jahre, als sich drei bisher eigenständige Unternehmen namens Central Fibre Products, American Boxboard and Ohio Boxboard zu PCA zusammenschlossen. Die ursprünglichen Wurzeln von PCA gehen mit der Gründung der North Star Mill in Quincy, Illinois, wohl auf das Jahr 1867 zurück. Schon damals lag der Hauptzweck der Organisation in der Produktion von Verpackungsmaterialien aus Wellpappe und Karton. Bereits im Jahr 1965 übernahm die Beteiligungsgesellschaft Tenneco, heute im Besitz der Private-Equity-Gesellschaft Apollo Global Management, die PCA-Gesellschaft und führte sie zusammen mit einem Blumenstrauß an anderen Unternehmen. Unter dem Dach von Tenneco sammelten sich Erdöl- und Erdgas-Ausstatter, Agrarmaschinen-Hersteller, Tankstellenbetreiber, Autozulieferer, Schiffsbauer und eben das später in Tenneco Packaging umbenannte Verpackungswesen.
Infolgedessen erweiterte sich das Produktportfolio der Verpackungssparte um die in der Produktion verwendeten Komponenten wie Aluminium, Kunststoffe, Schaumstoffprodukte, geformte Fasern und Pressprodukte. Ab den 1990er Jahren begann das Management von Tenneco die einzelnen Geschäftsfelder aus dem Konglomerat abzuspalten. Im Verpackungsmaterial-assoziierten Geschäft wurden aus einer zwei Gesellschaften: das Spin-off Pactiv Evergreen verkaufte das Wellpappe-Segment an eine neugegründete Firma, die sich wenig später in den altbekannten Namen Packaging Corporation of America umfirmierte. Im Jahr 2003 erfolgte der Börsengang unter dem Ticker PKG an der New York Stock Exchange.
Im Verlauf der letzten beiden Jahrzehnte erwarb Packaging Corporation of America eine Reihe neuer Unternehmen wie Boise Inc., Crockett Packaging, TimBar oder Advance Packaging quer verstreut über die diversen Bundesstaaten in den Vereinigten Staaten und integrierte deren Aktivitäten in den sukzessive wachsenden Konzern. Der Geschäftszweck blieb im Kern unangetastet, denn PCA befasst sich auch heute im Wesentlichen mit der Herstellung von Behälterprodukten als integraler Teil der US-Verpackungsindustrie. Heute wie damals dienen die Verpackungen zum sicheren Transport von Fleisch, frischem Obst, Gemüse, verarbeiteten Lebensmitteln und Getränke.

Standorte von Packaging Corporation of America in den USA (Quelle: Annual Report 2022 (10-K), S. 4)
Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Lake Forest, Illinois, und zählt aktuell ca. 15.200 Beschäftigte. Das Verpackungssegment von PCA umfasst sieben Wellpappenfabriken mit einer Produktionskapazität von ca. fünf Mio. Tonnen, eine Papierfabrik in Jackson, Alabama, und 89 Verarbeitungsbetriebe, wovon wiederum 58 für die Herstellung der gesamten Produktpalette des Unternehmens im Einsatz sind. Das untenstehende Video illustriert ein Projekt für den Standort in Marshfield, Wisconsin.
Das Geschäftsmodell von PCA besteht aus den folgenden drei Segmenten: „Packaging“, „Paper“ und „Corporate and Other“. Das Segment Packaging bietet eine Vielzahl von Verpackungsprodukten aus Wellpappe an, wie beispielsweise herkömmliche Versandbehälter, die zum Schutz und Transport von Industriegütern verwendet werden. Das Segment Paper produziert und vertreibt eine Reihe von hochwertigen Papieren, die insbesondere für das Druckgeschäft essentiell sind. Der letzte Bereich namens „Corporate and Other“ umfasst alle aus der Unternehmenszentrale zur Verfügung gestellten Dienstleistungen sowie hauseigene Transportmittel (Eisenbahnwaggons und LKWs). Zudem wird die 50-Prozent-Beteiligung an Louisiana Timber Procurement Company (LTP) hier verbucht.

Geschäftssegmente von Packaging Corporation of America nach Umsatz und Bruttoeinkommen (Quelle: Annual Report 2022 (10-K), S. 68)
Der Schwerpunkt des operativen Betriebs liegt klar ersichtlich auf den Geschäftsbereich Packaging, der über 91 Prozent zum Gesamtumsatz beisteuert. Über die letzten Jahrzehnte erfolgte eine vertikale Integration entlang der Wertschöpfungskette durch die zahlreichen Akquisitionen, die das Unternehmen tätigte. Das bedeutet im Anwendungsfall von PKG den vollen Produktionsprozess ab Zustellung der Rohmaterialien in eigener Hand abzubilden, wobei auch Rohholz und Papierbrei selbst verarbeitet bzw. hergestellt werden. Aktuell besitzt PCA die Nutzungsrechte für über 235 km² an Waldland. Im Bereich der Holzfasern ist der Verpackungsspezialist auf externe Lieferanten angewiesen, deren Versorgung einerseits über langfristige Lieferverträge gesichert sind und andererseits kurzfristig zum Marktpreis erworben werden.
Im Geschäft zur Produktion von Wellpappe erwächst PCA die stärkste Konkurrenz durch International Paper und WestRock, auf welche ich genauer noch im Wettbewerbsvergleich eingehen werde. Grosso modo glänzt PCA seit fünf Jahren durch Outperformance gemessen am Branchenschnitt bei umgesetzten Volumina.

Packaging Corporation of America im Vergleich zur Industrie-Benchmark (Quelle: Investor Presentation 2022, S. 4)
Zu den Distributionsaktivitäten des Unternehmens gehören der Direktverkauf, unabhängige Maklervertrieb und Vertriebspartner. Zudem beschäftigt das Unternehmen eigene Vertriebsmitarbeiter in jedem seiner Werke sowie Kundenbetreuer für überregional operierende Corporate-Kunden. In den zehn Design-Zentren von PCA gibt es auch eigene Verkaufsteams für die kundenspezifische Gestaltung der Verpackungen. Folgendes Video beschäftigte sich mit dem unbekannten Markt im Schatten des E-Commerce:
Die Logistikinfrastruktur wird per Bahn oder Lkw abgewickelt, wobei Wellpappenerzeugnisse wegen knapper Fristen und hoher Auftragszahlen meist per Lkw transportiert werden. Die Endverbrauchermärkte für Wellpappenprodukte in den USA sind unten dargestellt. In Summe zählt PCA ca. 15.000 Kunden, wobei kein Einzelkunde mehr als zehn Prozent des Umsatzes im Segment Packaging vereinnahmt.

Endkunden nach Industriezweigen von Packaging Corporation of America (Quelle: Annual Report 2022 (10-K), S. 6)
Im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern in der Verpackungsindustrie unterhält PCA ein ansehnliches Papiersegment, das unter dem Markennamen "Boise Paper" geführt wird und noch immer weißes Altpapier aus zwei derzeit verbleibenden Fabriken verkauft. Eine Konsequenz aus der Tatsache, dass immer weniger Unternehmen Papier herstellen, ist gleichzeitig die Opportunität für jene in dieser Marktnische aktiven Produzenten, die Preise effektiver durchzusetzen.
Ein Teil der Unternehmensstrategie besteht in der Akquisition von kleineren, meist regional operierenden Branchenmitbewerbern. Die letzte Übernahme war der Erwerb von Advance Packaging im Dezember 2021. Der Kauf des Full-Service-Produzenten aus Michigan im Bereich der Wellpappenware belief sich auf 193 Mio. USD, wovon ein Anteil von 60 Mio. USD an Goodwill bilanziert wurde.
An der Eigentümerstruktur von Packaging Corporation of America fällt der sehr hohe Anteil an institutionellen Investoren auf. Dieser beträgt knapp 93 Prozent und speist sich aus den „üblichen Verdächtigen“ der Vermögensverwalter. Der recht hohe Anteil an institutionellen Investoren wird legitimerweise als Ausdruck der Wertschätzung des Unternehmens seitens professioneller Anleger interpretiert. Ansonsten ist als einzige Anmerkung der Aktienanteil von 0,6 Prozent, den der Chief Executive Officer und Chairman des Board of Directors Mark Kowlzan hält, in der Eigentümerschaft festzuhalten.

Eigentümerstruktur von Packaging Corporation of America (Quelle: CNN Business)

Anteil Investoren-Gruppen von Packaging Corporation of America (Quelle: Seeking Alpha*)
Den Vorsitz des Board of Directors übernahm im Jahr 2016 der CEO Mark W. Kowlzan. Vor seinem Eintritt in PCA im Jahr 1996 arbeitete Kowlzan 15 Jahre für den Mitbewerber International Paper. Zudem fungiert er als Vorstandsmitglied der Branchenvereinigung American Forest & Paper Association. Neben dem heute 67-jährigen CEO sind vier weitere Personen als sogenannte „Executive Officers“ angeführt:
Neben der personellen Besetzung des Vorstands spielen die Vergütungsprinzipien der verantwortlichen Top-Manager eine entscheidende Rolle, um als Außenstehender eine Ahnung davon zu bekommen, warum welche Entscheidungen auf Vorstandsebene womöglich getroffen wurden. Die persönliche Incentivierung in Form von Bonuszahlungen durch das Erreichen vordefinierter Ziele sind in der Regel im Sinne einer funktionierenden Corporate Governance transparent und öffentlich einsehbar. Packaging Corporation of America orientiert sich in der Gestaltung der Vorstandskompensation an einer breit gefächerten Peer-Group bestehend aus 19 unterschiedlichen Unternehmen, darunter u.a. International Paper, Sherwin-Williams oder Weyerhaeuser, die entweder direkte Konkurrenten, Zulieferer oder lokale Produzenten von vergleichbarer Größe sind:

Peer-Group von Packaging Corporation of America (Quelle: Proxy Statement 2022, S. 19)
Neben dem obligatorischen Grundgehalt (Base Salary) gesellen sich zwei variable Komponenten, deren Auszahlungshöhe maßgeblich vom Abschneiden im Vergleich zur gewählten Peer-Group determiniert wird: der jährliche Bonus (Annual Cash Bonus) und sogenannten langfristigen Incentivierungen (Long-Term Incentives), die durch zu erhaltende Aktien vergütet und über einen Vierjahreszeitraum verteilt an die Executives ausbezahlt werden.
Die Analyse und Erfolgsmessung legt das Unternehmen in die Hände des externen Beraters namens Meridian Compensation Partners, der sich auf die Domäne Vorstands- und Managementvergütung spezialisiert. Im Rahmen des „Compensation Assessment“ ergibt sich auf Basis der evaluierten Performance-Metriken folgendes Ergebnis für die fünf Vorstandsmitglieder:

Performance Assessment des Top Managements von Packaging Corporation of America (Quelle: Proxy Statement 2022, S. 20)
Unterfüttert mit Zahlen ergibt sich folgende Auflistung für die Entlohnung des Top Managements von Packaging Corporation of America für das Geschäftsjahr 2021 (und der Vergleich mit den Jahren 2020 und 2019):

Total Compensation von Packaging Corporation of America (Quelle: Proxy Statement 2022, S. 28)
Die Charakteristik des Geschäftsmodells von Packaging Corporation of America macht den Vergleich mit der börsennotierten Konkurrenz einfacher als dies der Fall in den letzten Investment Cases war. Ich entschied mich für die beiden Mitbewerber International Paper und WestRock als erste Orientierungslinie. Gegebenenfalls können beispielsweise Amcor oder Avery Dennison einer eigenen Vergleichsmessung hinzugefügt werden. Die von mir ausgewählte Peer-Group dient primär der leichteren, allgemeinen Einordnung und begründet sich aus dem Umstand, dass für die meisten Menschen nun mal nur limitierte Geldressourcen, sprich das zu investierende Kapital, zur Verfügung stehen und diese Mittel entsprechend nutzbringend eingesetzt werden. In jedem Fall macht euch selbst ein Bild auf Basis der ausgewerteten Fundamentaldaten:

Wettbewerbsvergleich von PCA mit International Paper und WestRock (Quelle: eigene Darstellung)
Anmerkungen zu den in der Tabelle enthaltenen Werten:
Nachdem wir uns einen Überblick über die Branche im Allgemeinen verschafft sowie das Unternehmen, das Management und den Wettbewerb als entscheidungsgebende Faktoren näher betrachtet haben, werfe ich nun einen Blick in die Bilanz und auf die daraus abgeleiteten Finanzkennzahlen von Packaging Corporation of America. Der Fokus liegt hierbei auf den Aspekten Wachstum, Profitabilität und Finanzierung. Zur Analyse der finanziellen Situation sehe ich mir im ersten Schritt die Entwicklung von Umsatz, Gewinn und Free Cashflow an.
Auf die Umsatzentwicklung wie auch auf die unternehmensinterne Verteilung je Segment bin ich bereits weiter oben kurz eingegangen. Im Durchschnitt wuchs die Top-Line in den letzten fünf Jahren um 5,6 Prozent p.a. konstant.

Entwicklung des Umsatzes von Packaging Corporation of America (Quelle: Aktienfinder)
Beim Gewinn pro Aktie sehen wir seit dem Ende der Finanzkrise eine stete Aufwärtsentwicklung – unterbrochen von einem Ergebnisrückgang im Zuge der Coronapandemie. Ziehen wir das abgelaufene Geschäftsjahr 2022 heran, so stieg der bereinigte Gewinn pro Aktie um über 18,6 Prozent (11,14 vs. 9,39 USD). Packaging Corporation of America erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Nettogewinn von 1,03 Mrd. USD (2021: 0,84 Mrd. USD).

Entwicklung des Gewinns pro Aktie von Packaging Corporation of America (Quelle: Aktienfinder)
Der dem Unternehmen zur Verfügung stehende Free Cashflow kann für die Rückzahlung von Schulden, Expansion via Unternehmenszukäufe, Ausschüttungen von (steigenden) Dividenden oder Aktienrückkäufe verwendet werden. In absoluten Zahlen – auf die ich primär zurückgreife – drückt sich das Bild aus operativem und freiem Cashflow sowie Kapitalinvestitionen (CapEx) für den Zeitraum 2018 bis 2022 folgendermaßen aus:

Entwicklung des Free Cashflows von Packaging Corporation of America (Quelle: tikr.com)
Die Anzahl der ausstehenden Aktien reduzierte sich um knapp ein Prozent pro Jahr in den vergangenen fünf Jahren. Folgende Grafik unterstreicht diese Entwicklung visuell:

Aktienrückkäufe von Packaging Corporation of America (Quelle: aktien.guide*)
In der Kostenstruktur von Packaging Corporation of America sind mir keine gravierenden Punkte aufgefallen. Einhergehend mit langfristig steigenden Umsätzen wachsen in ähnlichem Verhältnis, wenngleich ein kleinwenig schwächer, die damit verbundenen beiden relevanten Kostenpositionen COGS (Cost of Goods Sold) und SG&A (Selling General & Administrative expenses / Operating expenses).

Aufwendungen von Packaging Corporation of America (Quelle: tikr.com)
Ein Blick auf die Verschuldungssituation zeigt, dass Packaging Corporation of America einen Anteil an zinstragenden Finanzverbindlichkeiten von 2,79 Mrd. USD aufweist, denen wiederum liquide Mittel und Wertpapiere von in Summe 0,41 Mrd. USD gegenüberstehen. Teilen wir nun die verbleibenden Nettoschulden von 2,38 Mrd. USD durch das zuletzt erwirtschaftete EBITDA von 1,94 Mrd. USD, ergibt sich ein Ratio von 1,2. Dieser Wert liegt unter dem als kritisch erachteten Schwellenwert von 3 (allerdings branchenabhängig).

Entwicklung der Nettoverschuldung und EBITDA von Packaging Corporation of America (Quelle: tikr.com)
Um das Thema Verschuldung und Fremdfinanzierung vollends abzuschließen, macht es Sinn, sich das Zinsprofil und die Fälligkeitsstruktur der laufenden Verbindlichkeiten näher anzusehen. Schließlich gilt es einzuschätzen, wie stark vulnerabel das Unternehmen auf die anhaltend steigenden Leitzinsen erscheint und inwiefern Neufinanzierungen bzw. Umschuldungen der bestehenden Schulden in näherer Zukunft anstehen. Frühestens im September 2024 läuft eine Unternehmensanleihe in Höhe von 400 Mio. USD bei einem aktuellen Zinskupon von 3,65 Prozent aus. Im Herbst 2021 emittierte PCA eine für 30 Jahre laufende Anleihe in Höhe von 700 Mio. USD bei einem moderaten Zinskupon von 3,05 Prozent, die eine ältere Anleihe, die spätestens im November 2023 ausgelaufen wäre, mit damaligen Zinssatz von 4,65 Prozent ersetzte. Standard & Poor‘s bestätigte im April das Kreditrating des Unternehmens mit dem Investment Grade BBB bei stabilem Ausblick.

Fremdkapitalstruktur von Packaging Corporation of America (Quelle: Annual Report 2022 (10-K), S. 55)
Zuletzt betrachten wir die Profitabilität von Packaging Corporation of America anhand der Entwicklung von Operative- und Netto-Margen. Auch hier zeigt sich in der historischen Entwicklung eine grundlegend positive bzw. stabile Tendenz mit geringen Schwankungen.

Entwicklung der Margen von Packaging Corporation of America (Quelle: Aktienfinder)-
Wie in den letzten Investment Cases möchte ich die Chancen und Risiken kurz und prägnant in tabellarischer Form gegenüberstellen. Die einzelnen Punkte unterliegen (m)einer subjektiven Wahrnehmung (sowie der ganze Text eigentlich) und verlangen ausdrücklich nach einer eigenen Prüfung. Die dargestellten Chancen sind das Spiegelbild der wahrgenommenen Risiken (und umgekehrt):

Chancen und Risiken von PCA (Quelle: eigene Darstellung)
Eine erste sehr gute Anlaufstelle für die Abwägung allfälliger Risiken in Verbindung mit Packaging Corporation of America bietet der 10-K-Report.
Mit einem gegenwärtigen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 12,5 lässt sich bei Packaging Corporation of America auf den ersten Blick eine Unterbewertung ausmachen. Die dynamische Aktienbewertung im Aktienfinder ergibt ein moderates Kurspotenzial bis Ende 2023 – ausgehend vom gegenwärtigen Niveau – von 5 Prozent, allerdings ist kaum eine Performance bis 2025 zu erwarten. Wohlgemerkt basieren diese Kursprognosen auf Analystenschätzungen, darauf muss sich jeder Anleger selbst einen Reim machen.
Nimmt man das um Sondereffekte bereinigte KGV zur Hand, so liegt der aktuelle Wert von 12,3 recht deutlich unter der historischen Bewertung (14,8).

Fairer Wert von Packaging Corporation of America (Quelle: Aktienfinder)
Bei „pro Aktie“ Kennzahlen, die erheblich von Aktienrückkäufen beeinflusst werden können, bevorzuge ich für die Bewertung von Unternehmen derselben Branche den sogenannten Enterprise Value (EV). Der EV kennzeichnet bei einer Übernahme den Betrag (also den Marktwert), der für den Kauf des betriebsnotwendigen Vermögens benötigt wird bzw. das nicht-betriebsnotwendige Vermögen herausgerechnet wird. Diese Kennzahl setze ich ins Verhältnis zum operativen Cashflow (vor Steuern, Zinsen und Investitionen (CapEx)), ausgedrückt durch das EBITDA. Die Heuristik und vorherrschende Meinung besagt, dass ein Wert von unter 10 eine „gesunde" Bewertung signalisiert – wie immer bei generischen Daumenregeln muss der unternehmensindividuelle Kontext in der Analyse vom sorgfältigen Investor selbst mitgedacht werden. Im Anwendungsfall von Packaging Corporation of America sehen wir eine bereits preiswertere Bewertung als in den letzten zehn Jahren – ausgedrückt durch ein Ergebnis von 7,5:

Enterprise Value zu EBITDA von Packaging Corporation of America (Quelle: Seeking Alpha*)
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den EV ins Verhältnis zum kaum manipulierbaren Free Cashflow (FCF) zu setzen. Ein hohes EV/FCF Multiple deutet auf eine hohe Bewertung hin, während ein niedriges Resultat eine preisgünstige Bewertung signalisiert. Da wir uns den Gesamtkontext in diesem Investment Case genauer ansehen und diese Kennzahl nicht isoliert als das allein bestimmende Kriterium definieren, bereichert es unseren Analyseansatz. Aus der Darstellung im aktien.guide erkennen wir gut, dass Packaging Corporation of America mit einem Wert von 22,5 für das EV/FCF-Ratio deutlich unter dem historischen Allzeithoch bewertet ist:

Enterprise Value zu Free Cashflow von Packaging Corporation of America (Quelle: aktien.guide*)
Der Blick auf den aktuellen Chart zeigt uns eine Kursperformance von 16,3 Prozent im Fünfjahresüberblick:

Aktueller Aktienchart von Packaging Corporation of America (Quelle: aktien.guide*)
Der maximale Rückgang in den letzten fünf Jahren betrug ca. 34,4 Prozent im März 2020.

Aktueller Unterwasser-Chart von Packaging Corporation of America (Quelle: aktien.guide*)
Im Zehnjahres-Vergleich mit dem S&P 500 Total Return, also inklusive erhaltener Dividenden, schlägt Packaging Corporation of America den US-Standardindex mit einer Gesamtperformance von 324 Prozent (versus 211 Prozent):

Vergleich Packaging Corporation of America mit S&P 500 TR (Quelle: Seeking Alpha*)
Im Rahmen der Präsentation der Geschäftszahlen für das vergangene Quartal sowie dem Gesamtjahresergebnis gab das Management einen Ein- und Ausblick in die operative Geschäftsentwicklung von Packaging Corporation of America:

Q4 2022 Ergebnis von Packaging Corporation of America (Quelle: Q4 Earnings 2022)
Zur Ausgangsposition von Packaging Corporation of America für das neue Geschäftsjahr betonte CEO Kowlzan, insbesondere die Kostenentwicklung im Blickfeld zu behalten:

Kommentar von CEO Mark Kowzlan (Quelle: Q4 2022 Earnings)
Mittlerweile hebt Packaging Corporation of America seit zwölf Jahren kontinuierlich die Dividende an. Wobei die Kontinuität großzügig ausgelegt werden muss, denn im Jahr 2020 erfolgte die Dividendensteigerung zum letztmöglichen Zeitpunkt nach zuvor zehn Quartalen konstanter Ausschüttungen. Auf Jahresbasis war die Dividende 2021 dennoch höher als im Vergleich zum Vorjahr 2020. Nichtsdestotrotz handelt es sich beim Verpackungshersteller um einen sogenannten Dividend Contender, die zwischen 10 und 24 Jahren die Dividende erhöhen.
Bei einem aktuellen Kurs von 137,40 USD ergibt das eine Dividendenrendite von 3,64 Prozent. Die Fünfjahres-Dividendenwachstumsrate beträgt 13,5 Prozent p.a. bzw. 16,9 Prozent p.a. im Zehnjahreszeitraum. Das Unternehmen erhöhte zuletzt im Juni 2022 um exakt 25 Prozent die Dividende. Zum Abrunden noch die letzten fünf Dividendenerhöhungen im Überblick:
Die quartalsweise ausgeschüttete Dividende beträgt aktuell 1,25 USD pro Aktie und wird in den Monaten zu Quartalsbeginn ausbezahlt (Januar, April, Juli, Oktober). Auf Basis des Dividenden-Turbos im Aktienfinder sehen wir, dass die aktuelle Dividendenrendite über dem Mittelwert innerhalb des 12-Monats-Korridors liegt. In den letzten Jahren gab es vereinzelt Zeitpunkte, eine höhere Dividendenrendite zu erzielen war.

Dividenden-Historie von Packaging Corporation of America (Quelle: Aktienfinder)
Ziehen wir den Free Cashflow als Grundlage für die Ermittlung der Ausschüttungsquote heran, landen wir im komfortablen Bereich von 67,8 Prozent für das Payout Ratio. In den kommenden Jahren sehe ich daher ausreichend Spielraum für Dividendenerhöhungen in ähnlichem Ausmaß wie in den letzten Jahren.
Zuletzt ein Blick auf die von Seeking Alpha* bereitgestellte Dividend Scorecard. In dieser werden innerhalb des unternehmensspezifischen Sektors vier unterschiedliche Kriterien (Dividenden-Sicherheit, -wachstum, -rendite und -kontinuität) nach dem US-Schulnotensystem bewertet. Das anstandslose Ergebnis von Packaging Corporation of America kann sich meines Erachtens sehen lassen. Obgleich die Aussagekraft solcher simplifizierten Darstellungen mit Vorsicht zu genießen ist, bietet diese Scorecard einen kursorischen Überblick zur Dividendenqualität eines Unternehmens:

Dividend Scorecard von Packaging Corporation of America (Quelle: Seeking Alpha*)
Zusammenfassend möchte ich die ausschlaggebenden Gründe und Überlegungen für meine Entscheidung, in Packaging Corporation of America zu investieren, hervorstreichen, wobei die Reihenfolge der einzelnen Punkte keinen Rückschluss auf eine spezielle Gewichtung der Argumente darstellt.
Auf Grundlage der zusammengetragenen Fakten habe ich am 8.3.2023 in acht Packaging Corporation of America Aktien zum Kurs von 137,50 USD investiert.
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Hallo,
ich finde deine Ausführungen zu PCA sehr ausführlich und informativ. Gefällt mir sehr gut.
Vielen Dank
Hallo Joachim,
vielen Dank für Deinen Besuch und netten Kommentar! Das freut mich sehr und ich werde mir weiter Mühe geben.
Liebe Grüße,
Clemens