Beitragsbild_Jahresrückblick 2022 und Ausblick 2023

Jahresrückblick 2022 und Ausblick 2023

Autor: The Dividend Post (Clemens)
5 Januar 2023

Das Vorteilhafte an Perioden sind ihre zeitliche Begrenzung mit einem klaren Beginn und Ende. Heute möchte ich auf dem Blog über das „Dazwischen“ schreiben und das Geschehene der letzten zwölf Monate Revue passieren lassen. Ich versuche mich dabei dem Jahresrückblick aus unterschiedlichen Perspektiven zu nähern. In erster Linie nehme ich die Sicht eines Privatinvestors ein und berichte hierzu über meinen Weg, der von mir bevorzugten Investmentstrategie, das allgemeine Marktumfeld und den vorherrschenden Rahmenbedingungen sowie was ich daraus gelernt habe. Und zuletzt betrachte ich die Entwicklung des Blogs, des Echtgeld-Portfolios und wage einen Ausblick auf die Ziele 2023.

Ein merkwürdiges Börsenjahr geht zu Ende

Im Zeitalter der „multiplen Krisen“ weiß man gar nicht, wo beim Aufzählen der geopolitischen und wirtschaftlichen Brennpunkte anzusetzen ist. Russlands Angriff auf die Ukraine, die Corona-Pandemie (oder jetzt doch Endemie?), die Inflation, eine abschwächende Konjunktur bzw. Rezession, steigende Leitzinsen und das (vorläufige) Ende der Anleihekäufe, ein grassierender Fachkräftemangel in vielen unterschiedlichen Berufszweigen… ein ganzer Stapel dicker Bretter.

Ich denke, dass uns die daraus resultierenden Konsequenzen noch eine längere Zeit beschäftigen werden – in der Wirtschaft, Politik und als Gesellschaft. Die Vielfalt diverser Turbulenzen, meistens ineinander verwoben, bescherte uns Investoren ein bescheidenes Börsenjahr. Herzlich Willkommen im Bärenmarkt! Die breiten Marktindices mussten ordentlich Federn lassen. Themenspezifische Anlagefonds und monolithische Sektoren-Vehikel verloren nicht selten mehr als die Hälfte an Wert.

Der, für das Dividendenwachstum zugeneigten, Investorenschaft blieben doch – neben den laufenden Dividendenausschüttungen – einige erfreuliche Höhepunkte in Erinnerung, gleichwohl auch sie nicht vor Buchverlusten gefeit waren. In der folgenden Grafik sind jene Unternehmen mit den stärksten Dividendensteigerungen im Jahr 2022 angeführt:

Top Div Increases_1_2022
Top Div Increases_2_2022



Weiter geht’s mit den Rankings aufgeschlüsselt auf die zwölf Monate des vergangenen Kalenderjahres.

Erstes Quartal

Top Div Increases_202201
Top Div Increases_202202
Top Div Increases_202203

Zweites Quartal

Top Div Increases_202204
Top Div Increases_202205
Top Div Increases_202206

Drittes Quartal

Top Div Increases_1_202207
Top Div Increases_1_202208
Top Div Increases_1_202209

Viertes Quartal

Top Div Increases_1_202210
Top Div Increases_1_202211
Top Div Increases_1_202212



Über Tractor Supply redete ich mit Finanzrocker Daniel Korth im Rahmen unserer YouTube-Serie:

Aktienchart Tractor Supply 2023

Aktueller Aktienchart von Tractor Supply (Quelle: aktien.guide*)

Wo Licht ist, fällt bekanntermaßen auch Schatten hin. Insgesamt erhöhten 583 Unternehmen, die ich im DGI-Screener tracke, ihre Dividende im Jahr 2022. Dennoch „verließen“ summa summarum 39 Unternehmen den erlauchten Kreis. Die Liste an Abgängen beinhaltet wohl auch Einzelwerte, die sich bei den einen oder anderen Privatanleger im Depot befindet. Hier eine Auswahl mit der Begründung in Klammer:

  • Immobilien: SL Green Realty (Dividende gekürzt); Castellum (gekürzt); TAG Immobilien (gekürzt)
  • Industriegüter: Fortune Brands Home & Security (gekürzt); Avon Protection (unverändert)
  • Finanzen: Mercury General (gekürzt)
  • Kommunikation: Activision Blizzard (unverändert); Omnicom (unverändert)
  • Grund- und Rohstoffe: Transcontinental (unverändert)
  • Gesundheitswesen: Gerresheimer (unverändert)
  • Basiskonsum: Unilever (unverändert)

In den nächsten Wochen werde ich ein detaillierteres Resümee veröffentlichen. Wo ist noch offen. Mehr Informationen dazu folgen!

Mein Investorenjahr 2022

Das Jahr hinterließ auch in meinem Portfolio deutliche Spuren. Die Gesamtperformance lag im niedrigen einstelligen Minus. Zugegebenermaßen erfuhr mein Wohlbefinden dadurch keine wesentliche Beeinträchtigung. Die entscheidende Metrik ist und bleibt, schließlich mehr Cash auf den Verrechnungskonten zu akkumulieren. Bereinigt um die kontinuierlichen Investitionen verblieb ein „organisches“ Dividendenwachstum von ca. 7,5 Prozent (kapitalgewichtet). Das liegt über meinen Zielwert von über sieben Prozent.

Vergleiche ich die Einnahmen aus Dividenden 2022 mit dem Vorjahresergebnis in absoluten Zahlen (sprich inklusive des „anorganischen“ Zuwachses dank Reinvestieren), setzte sich hier ebenfalls der seit 2014 bestehende Wachstumstrend, jenes Jahr als ich mit dem Dividend Growth Investing loslegte, schön im niedrigeren zweistelligen Bereich fort. Der Basiseffekt machte sich nicht nur bei der Berechnung von Inflationsraten bemerkbar, gleichwohl ich das Niveau an Neuinvestitionen zumindest halten konnte.

Die Sektor-Rotation drehte sich 2022 ein ganzes Stück weiter. War 2021 retrospektiv ein gutes Jahr in den Health Care Bereich zu investieren, sorgte dieser Sektor für die wünschenswerte Stabilität im gegenwärtigen Bärenmarkt. Von den aberwitzigen Renditen im Sektor Energie, der vorwiegend Einzelwerte in der Herstellung und Verbreitung fossiler Brennträger beinhaltet, ganz zu schweigen. Hier eine gelungene Visualisierung vom geschätzten und empfohlenen Blog Novel Investor:

Novel Investor

Performance einzelner Sektoren seit 2008 (Quelle: Novel Investor)


Das antizyklisches Handeln in Zeiten einer Baisse ist ein gerne beschworenes Mantra unter Investoren. In Anlehnung an die Keynesianische Lehre, in welcher – simplifiziert dargestellt – der Staat in wirtschaftlich guten Zeiten für die weniger guten Konjunkturphasen vorsorgen soll, liegt das Problem zwischen Theorie und Praxis in der Umsetzung im realen Leben. Bei meinen „Conviction-Werten“, in Summe genau 25 Kernunternehmen, die wiederum zwischen 40 und 50 Prozent des investierten Kapitals ausmachen, verfolge ich relativ diszipliniert diesen Ansatz. Das bedeutet im größeren Ausmaß in Zeiten mit klarer Kurstendenz gen Süden nachzufassen. Die ultimative „High Conviction“ lebe ich bei einem Portfolio, das mittlerweile über hundert Einzelwerten zählt, sowieso nicht. Da möchte ich euch nichts vormachen. High war ich nicht einmal in meiner wilden Skater- Zeit.

Nun zu meinen „Top 3“ sowie „Low 3“ in puncto Dividendenwachstum, die sich dieses Jahr wie folgt zusammensetzen:



Top 3 Jahresrückblick

Low 3 Jahresrückblick



Im kommenden Newsletter werde ich noch genauer auf die oben erwähnten Unternehmen und das Setup meines privaten Portfolios im Allgemeinen eingehen. Wie verhält es sich mit der Sektorenaufteilung gemessen an meiner ursprünglichen Zielallokation? Wer waren 2022 die Kursgewinner bzw. -verlierer? Und von welchen beiden Werten trennte ich mich erstmals seit 2014? Diese Fragen als auch über das nächste Investment für das Echtgeld-Portfolio erfährst Du demnächst. Hier kannst Du Dich anmelden, wenn Dich diese „Insights“ aus meinem Dasein als Privatinvestor interessieren. Dieser wird gegen Ende nächster Woche erscheinen.

Das Echtgeldportfolio

Die monatlichen Investitionen für das im Aufbau befindliche Echtgeld-Depot läuft störungsfrei dahin. Im Debutjahr investierte ich in neun Unternehmen aus acht verschiedenen Sektoren. Hier sind die Käufe in chronologischer Reihenfolge inklusive persönlicher Dividendenrendite (yield-on-cost bzw. growth yield) abgebildet:



202212_Status Invests Echtgeld Portfolio


Bis ins Frühjahr hinein werde ich das Fass vollmachen und jeweils ein Investment in den momentan noch nicht repräsentierten Sektoren Grund- und Rohstoffe (materials), Immobilien und Versorger tätigen. Letztere Lücke wird bereits nächste Woche mit einem angemessenen Vertreter gefüllt. Kurze Wiederholung: wenn Du zuerst davon erfahren möchtest, dann registriere Dich gerne für den monatlichen Newsletter. Darin werde ich im Februar darüberschreiben, welche Investmentlösung ich als gangbaren Weg wähle, damit die in Österreich steuerlich unvorteilhaft gehandelten Real Estate Investment Trusts (REIT) im Depot würdig vertreten sind.


Parqet Jahresrückblick

Portfolio bei parqet*

Das Portfolio führe ich öffentlich einsehbar mit allen Zahlen bei parqet*. Hier kannst Du selbst Deine Schlüsse aus der vorläufigen Performance ziehen, gleichwohl es sich um eine Momentaufnahme handelt. Das Investieren in kleinen Schritten zu einer relativ günstigen Kaufphase fällt ehrlicherweise wohl zu meinem Gunsten, wenn jemand den Performancevergleich zu einem etablierten, voll investierten Index unbedingt bemühen möchte. Ich verzichte aus unterschiedlichen Gründen bewusst auf ein Benchmarking dieser Art. Im Regelwerk halte ich meine Messgrößen für diese Investmentstrategie fest. Daran werde ich mich selbst messen, ob der Ansatz meine Erwartungen erfühlt oder eben nicht. Im Verlauf des Jahres werde ich mich vorsichtig an ein Zwischenresümee herantasten, um als alter Gürtelträger das wichtige „C“ im PDCA-Zyklus (Plan – Do – Check – Act) entsprechend hochzuhalten.

Zwei Jahre Dividend Post

Zu Anfang des letzten Jahres setzte ich mir doch tatsächlich Ziele für mein Dividend Post Engagement. Zunächst muss ich gestehen: analog zu den semi-peinlichen „Outrageous Predictions“ weiß ich nicht, welcher Teufel mich damals geritten hat. Beim zweiten Blick auf die 2022er Ziele kann ich tief durchatmen. Es waren allesamt qualitative Ziele:


Silvester 2021_5_20211231



Ich halte recht wenig von der Quantifizierung von zukünftigen Ambitionen, auch wenn ich mit dieser Haltung eher einer kleinen Minderheit angehöre – zumindest gemessen an den „Mein-Ziele-2023“-Beiträge, die von einigen Finanzbloggern in den Sozialen Medien herumschwirren. Vielleicht liegt es schlicht und ergreifend daran, dass ich mich mittlerweile wenig bis gar nicht um irgendwelche Reichweite-Metriken oder allfällige mediale Präsenz schere. Die Dinge ergeben sich. Das Leben wartet mit genügend Überraschungen auf. Glücklicherweise sehe ich mich in einer – nun ja privilegierten (?!) – Situation es ganz klar aussprechen zu können: Finanzbildung, unabhängig ob „high-level“ oder Nische, muss nicht monetarisiert werden!

Das Experimentieren mit neuen Formaten wie YouTube, Podcast oder Live-Videos auf Instagram stellte für mich im letzten Jahr definitiv eine neue Erfahrung dar, die ich nicht missen möchte. Mit dem erkenntnisreichen Blick hinter die Kulissen begriff ich erstmals im Ansatz die professionelle Herangehensweise und bemerkenswerte Hingabe, die manche der Finfluencer an den Tag legen, um ihren Content der Community bereitzustellen (notabene: und auch vermarkten). Chapeau! Der Aufwand ist enorm und ja, diese Menschen wollen – und manchmal müssen – ihr Geld damit verdienen.

Jedenfalls veränderte sich mit dem Start des Blogs und dem konstant steigenden Interesse für meine Inhalte aus der Finanzblogosphäre, was mich zweifellos überraschte, schrittweise meine Fokussierung bzw. Priorisierung. Zum Beispiel die kleine, aber feine YouTube-Serie mit dem Finanzrocker Daniel mach(t)en mir Spaß. Sie sind eine willkommene Abwechslung abseits vom ursprünglichen Ansatz via Instagram und gleichzeitig eine gute Möglichkeit, das Thema Dividend Growth Investing auf neuen Wegen nach außen zu tragen.

Instagram war Anfang 2021 eine "Notlösung", denn just im Jahr davor startete ich mit einem Freund einen thematisch völlig anders gelagerten Blog, auf dem wir über unsere gemeinsame Heimat schreiben. Seit dem Launch von dividendpost.net im Januar 2022 tat sich einiges.
Mit relativer Disziplin versuche ich jede Kalenderwoche neuen Content bereitzustellen. Während die Monats-Reports einer gleichen Struktur folgen, investiere ich die meiste Zeit in die Interviews und vor allem in die Investment Cases. Das Schreiben bleibt für mich eine wunderbare Sache, denn nur so kann ich meine Gedanken im passenden Ausmaß festhalten ohne Rücksicht auf irgendeine Art von Limitierung zu nehmen. Das war auch ein Ziel für 2022 😉

Dividend Post ist und bleibt als Kanal für das Nischenthema Dividend Growth Investing. Ich für meinen Teil konzentriere mich auf den schnöden Informationsdienst und ein wenig Wissensvermittlung, gebe meine persönliche Erfahrungen und Blickpunkte mit Passion zum Besten (bzw. Schlechtesten). An dieser Stelle vielen Dank euch allen, die mir folgen und regelmäßig den Content lesen, liken, teilen, kommentieren!

Ziele Ausblick 2023

Mit der richtigen Überschrift wage ich einen prognosefreien Blick in die Zukunft und was mir so vorschwebt. In erster Linie dient das Investieren dem Vermögenserhalt. Das Fundament soll robust bleiben und daraus laufend Cash Flows generiert werden, ohne die zugrundeliegende Substanz aufzuzehren. Bestenfalls steigt die Bepreisung der gehaltenen Assets am Markt. Nichtsdestotrotz bleiben Buchgewinne unrealisierte Chancen im Depot, die in einer Langfristbetrachtung für ein gutes Gefühl sorgen. Trotz des mauen Börsenjahres 2022.

Ich werde weiterhin hier und dort an der Diversifikation des Portfolios schrauben. Das Limit an Bestandspositionen gibt es auch für 2023 nicht. Sektoral könnten ein Ausbau der Gewichtungen bei Gesundheit und im nicht-zyklischen Basiskonsum dem Portfolio gut zu Gesicht stehen. An der Länder-Verteilung halte ich fest und priorisiere bis auf weiteres Investments im angelsächsischen Raum (Nordamerika und Großbritannien).

Für Dividend Post versuche ich die Taktung an Beiträgen und sonstigen Content-Lieferungen aufrechtzuerhalten. Zu einem gegebenen Zeitpunkt wird sich weisen, inwiefern dies mit meiner neuen beruflichen Herausforderung zeitlich kompatibel bleibt. Deshalb bleibt im Kern die Essenz dieselbe: vieles kann, nichts muss.

Als Liebhaberei-Beschäftigung gestartet (den Begriff Projekt möchte ich bewusst vermeiden) brennt das vor zwei Jahren entfachte innere Feuer ungebrochen lichterloh.

Ein kleiner Liebesbeweis dafür gefällig? Es freut mich sehr im neuen Jahr zusammen mit Luis Pazos ein neues Podcast-Format zu starten. In den Geldgeschichte(n) kombinieren wir ab Januar die beiden schönsten Nebensachen der Welt, nämlich Geld und Geschichte. Da fällt mir gerade auf: wo ist der Fußball geblieben? Jeden letzten Freitag im Monat werden wir einen Blick in die (Finanz-)Vergangenheit werfen, um daraus Lektionen für die Gegenwart zu ziehen. So viel schon einmal vorab: Die Pilotfolge erscheint am 27. Januar.

Die Interaktion mit euch als großartige Community schätze ich ausgesprochen. Sei es virtuell über die diversen Kanäle wie Insta-Nachrichten, Emails oder Blogkommentare, sei es im realen Leben auf den ersten beiden Leser-Treffen in Wien bzw. beim Kaffeeplausch in vertrauter Atmosphäre. 2023 werden sich hoffentlich auch in Deutschland die Möglichkeiten bieten, um persönlich sich auszutauschen.

Zuletzt zum Blog an sich. Die Weiterentwicklung des Screeners, das Verbessern des „Look-and-Feel“ der Website im Allgemeinen sowie potentiell neue Statistik-Schmankerln, die sich aus meiner über die Jahre entwickelten Datenbank herauslesen lassen, stehen auf der Agenda für das neue Jahr.

Fazit

Sowohl die bis dato weitestgehend erprobte Zuverlässigkeit meiner Investments als auch die Geduld als notwendige Charaktereigenschaft für das Wirken des vielbeschworenen Zinseszinseffekts sind beides tragende Säulen meiner Investmentstrategie. Die Abenteuerlust (auch fernab von China, Russland, Brasilien und Co.) stillte ich im vormals als „Growth-Portfolio“ aufgesetzten Depot. Wenn die Aktien von Ajax Amsterdam mit knapp 25 Prozent Negativperformance als zweitbester Wert im Jahr 2022 aufscheinen, sagt das so einiges… Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Lenke ich meinen Blick weg vom Nebenschauplatz und richte ich das Hauptaugenmerk auf meine Kernstrategie, so bleiben die ursprünglichen Motive intakt: langfristiges Investieren in Qualitätsunternehmen, generationsübergreifender Aufbau bzw. Erhalt des Familiendeckungsstocks und seit jeher, aber in der heutigen Zeit insbesondere der Kaufkrafterhalt.

Das Investieren in unternehmerische Sachwerte, die einen Gutteil des weltwirtschaftlichen Produktivvermögens darstellen, behält seinen unangefochtenen Vorrang in der Asset-Allokation. Manchmal kann es sinnvoll sein, sich an die Dinge zu erinnern, die man nicht getan hat. Kein Verzetteln, klarer Fokus und damit den einst eingeschlagenen Kurs beibehalten. Dabei gilt meine Prämisse in allen Facetten das Schaffen von Lebensenergie-verzehrenden Abhängigkeiten tunlichst zu vermeiden. Mit der steigenden Anzahl an Investoren-Jahren wächst aus der anfänglichen Zuversicht eine innere Überzeugung. Der wachsende Schneeball trägt sein Übriges zum Wohlbefinden bei. Es existieren keine Abkürzungen, geschweige denn lassen sich eigene Erfahrungen simulieren.

Ein herausforderndes und intensives Börsen-Jahr 2022 ging vor wenigen Tagen zu Ende. An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen, um mich bei Dir für Deine Treue und Unterstützung zu bedanken. Es ist in Zeiten wie diesen nicht selbstverständlich am Kurs zu bleiben. Und schon gar nicht ist es selbstverständlich, sich für einen beschaulichen Nischen-Blog, wie dividendpost.net nun mal einer ist, Deine wertvollste Ressource namens Lebenszeit für das Lesen meiner Beiträge zu investieren. Vielen Dank!

Ich freue mich darauf, wenn Du mich weiterhin auf meinem Weg begleitest.




Wie lief es für euch 2022? Ich freue mich auf eure Kommentare.

Willst Du künftig keinen Beitrag mehr verpassen? Dann sichere Dir jetzt meinen kostenlosen Newsletter!

Disclaimer, Haftungsausschluss & Transparenzhinweis:

Ich besitze von den erwähnten Aktien: Admiral Group, AT&T, Best Buy, BlackRock, Comcast, Enbridge, Gilead Sciences, Home Depot, Microsoft, Münchener Rück, Rio Tinto, Snap-on, Tractor Supply, Unilever, Wienerberger. Der Kauf und Verkauf von Aktien, Aktienfonds und anderen Finanzinstrumenten kann zu Verlusten, bis hin zum Totalverlust, führen und sollte stets im Einklang mit dem eigenen Risikoappetit erfolgen. Meine auf dividendpost.net veröffentlichten Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, sondern dienen schlichtweg der Unterhaltung und Information. Das Handeln mit Wertpapieren erfolgt auf eigene Gefahr. Ich tätige Börsengeschäfte ausschließlich als Privatanleger. Meine Einschätzungen erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, dafür übernehme ich keine Gewähr noch Haftung für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der präsentierten und bereitgestellten Inhalte. Eigene Recherche und Due Diligence sind Schlüsselfaktoren für einen selbstbestimmten Vermögensaufbau. Unbezahlte Werbung durch Markennennung.

Affiliate Links – mit * gekennzeichnet

Dir entstehen durch einen Klick weder Nachteile noch irgendwelche Kosten. Wenn Du Dich für ein Produkt/Angebot entscheiden solltest, zahlst Du denselben Preis wie sonst auch.


2 Kommentare wurden geposted.
17. Januar 2023 20:47 - Michael  

Wer nie sät, wird auch nie ernten

Vielleicht (?) meint der geneigte Leser dieses Blogs, "... schaff ich eh nie …", ".. Clemens hat da das Mega-Depot …" oder "… brauch ich nie anfangen mit …".
Daher möchte ich Clemens' Jahresbericht um den Meinen ergänzen.
Also: Wer nie sät, wird auch nie ernten. So nenne ich meine Rückschau.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist mein Depot deutlich kleiner als das meines Vorredners. Dies tut der eigenen Motivation aber keinen Abbruch.

Umso mehr möchte ich meine Rückschau hier nun ausführen:
Basis allen Investments ist die Kenntnis der eigenen Finanzkraft. Also: Haushaltsbuch führen, Einnahmen und Ausgaben tracken, nenn es wie du willst. Unabdingbar, wie ich meine.
Regelmäßige Einnahmen (Gehalt) so weit so klar. Miete, TV, Internet: Alles Monatszahler, auch klar. Aber wann wird die quartalsweise Versicherung oder der quartalsweise ETF-Sparplan fällig? Wann die Kreditkarten Jahresgebühr? Wann die Kosten des persönlichen Verkehrsmittels? Oder wann die Ausgaben für den geplanten Urlaub? Eben. Nicht immer so klar. Ich führe da eine simple Excel-Tabelle, um den Überblick zu bewahren. Jedes nicht überzogene Konto bedeutet mindestens +10% mehr persönliche Rendite! THERE IS A FREE LUNCH HERE!

(.. Teil 2 in meiner "Antwort")

Antworten
17. Januar 2023 20:48 - Michael  

Nun zu meinen Investments in 2022:

#) P2P-Kredite: 4 Plattformen wurden im Laufe des Jahres dotiert. Autoinvest wurde bei allen Plattformen Anfang August gestoppt, um eine Auszahlung zu initiieren. 2 Plattformen haben pünktlich den vollen Betrag samt Zinsen überwiesen, 1 hatte bedingt durch den russischen Ukraine-Feldzug Verzögerungen die recht gut kommuniziert wurden und schaffte zumindest eine Teilauszahlung, die 4te Plattform (ein "Branchenführer" - ?) schwächelt überhaupt.
Performance 2022: Nicht ermittelt. Sollte alles in Rückforderung befindliche Geld nie eintrudeln, sicher negativ. Ich werde 2023 nur die beiden erfolgreichen weiter betreiben, bei der 3.ten habe ich zumindest den Autoinvest wieder aktiviert, bei No. 4 wird (sobald Cash vorhanden) abgezogen.

#) Crowd-Investing (Wien ansässig): Die zunächst verzögerte, dann aber immerhin angekündigte Rückzahlung des Nachrang-Darlehens samt Zinsen hat nicht stattgefunden. Wer glaubt, hier garantierten, oder sogar regelmäßigen Cashflow zu erzielen wird sich nach meinen Erfahrungen arg täuschen. Hier werde ich keine weiteren Projekte mehr eingehen.
Performance 2022: Nicht berechenbar, da das Darlehen offiziell nicht ausgefallen ist. Die Hoffnung lebt.

#) ETF-Sparplan: Ich dotiere meinen 4-ETF-Sparplan quartalsweise. Der 4-er ETF-Sparplan gliedert sich in S&P-500, EuroStoxx600, EM sowie AsiaPacific incl. Japan. Aufteilung ca. 29:29:29:13. Familie Kommer-Warnecke lässt grüßen. Und man kanns gleich laut aussprechen, ohne zu spoilern: So ein Vier-Klang des passiven Investierens ist wirklich unpraktisch beim Rebalancing. Der Corona-Crash hat auch in diesem Depot voll eingeschlagen, die Spuren (das Ungleichgewicht) sind noch sichtbar. Wer sich in diese Brot-und-Butter-Materie eingearbeitet hat weiß: Du bekommst den Markt, egal wie der läuft.
Also: Für 2022 ca. -12%

#) Einzel-Aktien-Depot: Seit 2020 betreibe ich mein Einzelaktiendepot mit voller Leidenschaft, in den 10 Jahren zuvor höchstens handwarm. Aktientipps aus der Zeitung. Auswahl nach Bauchgefühl. Da war alles dabei. Damals. Heute: Eigenes Screening, eigene Recherche. Aufwand nach persönlichem Wohlfühl. Und: Ja, das kann man durchaus auch zeitaufwendig gestalten. Alles kann. Nichts muss. Ein bisschen nerdig veranlagt zu sein, schadet aber nicht.
Mein Ansatz ist ähnelt durchaus dem von Clemens': Eindeutig Focus auf Dividenden-Aktien, mit max. 10% Beimischung von Nicht-Zahlern. Vielleicht (? - das weiß nur der Broker 😉 ) bei mir etwas mehr Focus auf die Höhe, und weniger auf die Steigerung der Dividende. Ist wahrscheinlich meinem höheren Lebensalter geschuldet. Die Anzahl der Einzelwerte ist inzwischen schon 2-stellig. Da braucht es schon irgendeinen Modl, um da nicht den Überblick zu verlieren. Ich hab‘ mich für Excel entschieden. Ist nicht perfekt. Aber praktikabel.

Die Jahresperformance ist knapp im Plus - dies ist möglicherweise auch den unterjährigen Einzahlungen geschuldet. Und: Nein, ich fühle mich nicht mal so wie Charlie Munger, oder Warren Buffet,: Ich bin aber überzeugt, dass man mit einer strukturierten Herangehensweise bei der Auswahl von Dividenden-Aktien weniger leicht ins Klo greift, als bei einem planlosen Invest, egal worin. Getreu der Regel No. 1: Don‘t loose Money, einschließlich ihrer unbekannteren Fußnote: Beachte den Wiederbeschaffungswert deiner Einzahlung in Abhängigkeit der erwarteten individuellen Restlebensdauer.

Viel wichtiger als die Jahresperformance des Einzelaktien-Depots: Die Entwicklung des Cash-Flows vulgo Dividendeneinnahmen. Ich tracke meine (Brutto) Dividenden auf Monatssicht. Die dementsprechende Tabelle wird zum Monatsanfang upgedatet und hilft mir ungemein, mich in Abwärtsphasen der Börse (eigentlich: des Depots) weiter zu motivieren. Die Auswertung gegenüber 2021 brachte knapp mehr als eine Verdopplung: Yess! High-Five! Taugt mir! Auch wichtig: Der arithmetische (nicht wie bei Clemens der gewichtete) Mittelwert der Dividenden-Steigerungen ggü 2021 liegt bei 15% (gewichtet vermutlich so bei 5%, dafür fahre ich aber keine Auswertung). Völlig klar, dass das so nicht weitergehen wird: Motivationsboost für 2023 ist es allemal. Der Richtung des Weges könnte stimmen.
Performance 2022: ca. 1%

#) Fazit:
Leidenschaft braucht man. Ein eigenes Hobbie kann man daraus machen. Ich werde weiter an meiner Strategie (Auswahl der Einzelaktien; ETF-Sparplan als untergeordnete Ergänzung) dranbleiben.
Weniger Fehler als im Vorjahr zu machen. Selbstreflexion. Kann helfen, sich nicht selbst die eigene Performance zu versauen (Stichwort: Positionsgröße). Ich arbeite daran.
Gesteigerte Dividendeneinnahmen 2023 im Vergleich mit 2022 erwarte ich mir. Die Entwicklung des Depotwertes sollte zumindest langfristig steigen.

Wer nie sät, wird nie ernten. Auch wenn nicht jedes Saatkorn gleich gut keimt.

Poste deinen Kommentar

Wird für die Bestätigung des Kommentars benötigt.